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Pressetexte

 Volksblatt (FL) vom 12. Oktober 2008
Viele positive Reaktionen
SCHAAN - «Wir haben tolles Feedback und viel Unterstützung von Jung und Alt erhalten», freut sich FLay-Präsident Daniel F. Seger. Am Samstag setzte die Initiative für Schwule und Lesben ein deutliches Zeichen für die Rechte von anders liebenden Menschen in Liechtenstein.
Samstagabend im B'eat-Club in Schaan: Der Tanztempel füllt sich mit immer mehr Gästen, die zur ersten Coming-out-Party in Liechtenstein strömen. Viele Junge sind darunter, und sie kommen aus der ganzen Region, aus Liechtenstein, der Schweiz, Vorarlberg. An der Bar steht FLay-Präsident Daniel F. Seger und reicht Begrüssungscocktails. «Mich haben diese Woche so viele fremde Menschen auf der Strasse angesprochen und mir gratuliert», sagt Seger. «Auch von Freunden, Verwandten und Bekannten habe ich viel Unterstützung erfahren. Es ist schön, wenn man merkt, dass unser Engagement ankommt.» Das Engagement der FLay galt diese Woche vor allem dem neuen Partnerschaftsgesetz, das derzeit noch bei einer Arbeitsgruppe der Regierung liegt. Es soll schwulen und lesbischen Paaren in Liechtenstein eine rechtliche Absicherung ihrer Beziehung ermöglichen, wie es seit eineinhalb Jahren in der Schweiz möglich ist. In Liechtenstein ist noch nicht einmal das Zusammenleben mit einem ausländischen Partner möglich, weil dieser keine Aufenthaltsberechtigung erhält. «Ich kenne einige Paare, die deshalb in die Schweiz gezogen sind, obwohl sie in Liechtenstein zusammenleben wollten», sagt der FLay-Präsident. Auch erbrechtlich und sozial sollen schwule und lesbische Beziehungen heterosexuellen Beziehungen gleichgestellt werden.
Daniel F. Seger spürt Rückenwind aus der Bevölkerung. Samstagmittag war er mit Helfern an einem Info-Stand beim Städtle-Markt in Vaduz im Einsatz, um Aufklärung über das geplante Partnerschaftsgesetz zu betreiben, Broschüren zu verteilen und Fragen zu beantworten. «Touristen, Einheimische, junge und ältere Menschen haben uns zu unserem Mut gratuliert. Auch vorbeikommende Politiker haben uns Solidarität mit unseren Anliegen bekundet», freut sich Seger. Sogar eine 75-jährige Dame habe zum öffentlichen Auftritt gratuliert.
Derweil strömen weitere Gäste in den B'eat-Keller. Nicht nur schwule und lesbische Menschen sind zur Party eingeladen, auch heterosexuelle Freunde, Verwandte, Bekannte. Es soll eine Party für alle sein. Der Raum füllt sich, während von den Turntables Techno-Sound ertönt, der einige bereits zum Tanzen bringt. Und was ist der Anlass für die Party? «Wir wollen ein Zeichen setzen, dass Schwule und Lesben nicht nur einige wenige, sondern einige hundert Leute sind in Liechtenstein. Und dass diese Leute zu ihrer Lebensform stehen wollen.» Was gerade im ländlichen Raum wegen der starken öffentlichen Kontrolle nicht so leicht ist wie in einer Grossstadt, weiss Seger. Das Partnerschaftsgesetz könnte sicher einiges zur Normalisierung beitragen. «In der Schweiz», weiss Partygast Steve, «haben eingetragene Partnerschaften anfangs auch grösseres Medienecho ausgelöst. Inzwischen ist das Ganze ein normaler juristischer Akt auf dem Standesamt geworden.»
Tuckenalarm.com vom 12. Oktober 2008 (wf)
Volles Haus bei liechtensteiner "Coming out-Party"
schaan. - was schwul-lesbische events in liechtenstein angeht, hat die “coming out”-party am samstag in schaan alle rekorde gebrochen. mehr als 200 gäste feierten in der discothek “beat” in schaan zu den techno-beats der djs vom zürcher gay-club “labyrinth” ausgelassen bis in die frühen morgenstunden. “wir haben ein volles haus, eine super stimmung und das zeigt ganz klar, dass wir nicht nur einige wenige sind”, sagte ein sichtlich glücklicher party-organisator daniel f. seger in der nacht zu tuckenalarm.com. von dem erfolg der party erhofft sich der präsident der schwul-lesbischen initiative “flay” jetzt auch mehr akzeptanz für ein partnerschaftsgesetz in liechtenstein.
und in der tat: die “coming out”-party im “beat” war keine reine gay-veranstaltung. viele waren mit ihren heterosexuellen freunden und freundinnen gekommen und feierten zusammen. das war von anfang segers ziel; von einer “neuen ausgrenzung” seitens des gay-publikums hält er gar nichts: “es waren alle willkommen, Schwule, Lesben und alle ihre Freunde. Sie gehören schliesslich dazu.” wie gut das geht, das konnte man am samtag im “beat” erleben. (wf)
20 Minuten vom 09. Oktober 2008 (upz)
Schwulen-Party im Fürstentum
Der Zürcher Club Labyrinth veranstaltet am Samstag in Schaan im Club B´eat die Coming Out Party.
Gemeinsam mit dem Verein für Schwule und Lesben im Fürstentum Liechtenstein (FLay) soll damit im katholisch konservativen Bistum von Bischof Haas ein Zeichen gesetzt werden: Im Ländle kennt man nämlich im Gegensatz zur Schweiz kein Partnerschaftsgesetz für gleichgeschlechtliche Paare. «Deshalb wollen wir daran erinnern, dass die Regierung vom Landtag seit Oktober 2007 den Auftrag hat, ein entsprechendes Gesetz auszuarbeiten», so Daniel Seger, Präsident von FLay.
Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung auf die Veranstaltung seien bisher positiv. Uwe Richter etwa, Gemeindesekretär von Schaan, sieht in der Party ein «Zeichen für die Offenheit Schaans». Nebst aller Politik soll aber mit DJs vom Labyrinth auch das Feiern nicht zu kurz kommen.
Tages Anzeiger vom 17. Februar 2008 – Von Beat Metzler
Euphorische Partystimmung im neuen Labyrinth
Der Schwulenklub Labyrinth ist wieder da. In der Nacht auf den Sonntag feierten rund 700 Personen die Rückkehr an die Pfingstweidstrasse - darunter auch viele Frauen.
Es ist so, als sei das Labyrinth nie weg gewesen. Das Stroboskop flackert, die Bässe hämmern, und wenn die Melodie einsetzt, kreischen die Tanzenden.
Doch das Labyrinth war weg, weit weg. Vor zwei Jahren zügelte man von der Pfingstweidstrasse 70 an die Hohlstrasse. Dort aber kam das neue «Laby» nie recht auf Touren. Und wegen verschiedener Vorfälle hat die Polizei dem Klub im letzten April schliesslich das Patent entzogen. Über verschlungene Wege hat das Labyrinth nun wieder in seine frühere Heimat zurückgefunden - dorthin, wo es seit 1997 das Zürcher Nachtleben mitprägte.
Das neu vierköpfige Führungsteam gibt sich frisch und seriös. Einer der beiden Klubgründer, der wegen Drogenmissbrauchs in die Schlagzeilen gekommen war, hat nach eigenen Angaben einen Entzug gemacht. Reto Frey, der neu zum Team gehört, versichert, dass man Dealer sofort aus dem Klub schicke. «Wiederholungstäter kriegen gar Hausverbot.» Frey zeigt auf seine Security-Angestellten, die sich immer wieder durch die Menge drängen. Dank ihrer schwarzen Anzüge sind sie tatsächlich nicht zu übersehen.
Nur wenige gehen in den Darkroom
Auch die wohl meist diskutierten 20 Quadratmeter der Stadt sind wieder geöffnet: der Darkroom. Neue, strengere Vorschriften haben aber einige Änderungen bewirkt. Über dem Eingang steht schwarz auf weiss, was hier erlaubt ist und was nicht. Drinnen spendet eine rote Lampe schummriges Licht. Kondome, Erfrischungstücher und Gleitcrème stehen bereit. Die rechtliche Situation um die Dark-rooms bleibt allerdings weiterhin dunkel. So hat ein Richter Darkrooms letzte Woche prinzipiell für illegal erklärt. Feuerpolizei und Hygienebehörden haben den Raum im Labyrinth aber provisorisch bewilligt. Und Frey hofft auf eine endgültige Erlaubnis. «Wir sind bereit, eng mit der Stadt zusammenzuarbeiten», sagt er.
Zwar verschluckt der schwarze Eingang regelmässig ein paar Besucher. Aber nur eine kleine Minderheit der Laby-Besucher nutzt die zwischenmenschliche Dunkelkammer. Der Rest stürzt sich lieber auf die Tanzfläche, die nach zwei Uhr viel zu klein scheint. Die Party ist ausverkauft, fast 700 Menschen wollen die Wiedereröffnung nicht verpassen. Bereits um elf Uhr sind die Interessierten Schlange gestanden. Das Publikum wirkt gemischt wie früher an der Pfingstweidstrasse. Frauen sieht man fast so viele wie in einem Heteroklub. Die Männer haben Flaum auf den Oberlippen oder graue Haare. Manche tragen Jeans und T-Shirt, manche Armyhosen, viele zeigen ihre mehr oder auch weniger durchtrainierten Oberkörper.
Hoffen auf eine lange Zukunft
So wenig wie die Besucher hat sich auch das Interieur verändert. Zur Eröffnung hat man lediglich ein paar Stoffbahnen an die Decke gehängt. André, ein langjähriger Laby-Gänger, stört es aber nicht, dass so vieles beim Alten geblieben ist. «Das Labyrinth hat gefehlt. Es gibt in Zürich einfach nichts Gleichwertiges.» Die Familie der früheren «Labyraner» habe hier endlich wieder zusammengefunden. Aber er sehe auch viele Junge. «Der Klub hat eine lange Zukunft vor sich», glaubt der 39-Jährige.
Zumindest die erste Nacht der langen Zukunft ist geglückt. Euphorie liegt in der Luft. Auf die Zettel mit den neuen Regeln («Nicht zu zweit auf die Toilette!») scheint niemand mehr zu achten. Es wird kein einfacher Spagat werden zwischen hedonistischer Laby-Tradition und der neuen, härteren Gangart der Stadtpolizei.
Tages Anzeiger vom 16. Februar 2008 – Von Stefan Häne
Darkroom im Labyrinth - trotz Nein des Gerichts
Das Labyrinth feiert heute seine Wiedereröffnung. Im Gayklub hat es einen Darkroom - obgleich ein Gericht Sex in Gastgewerbebetrieben verboten hat. Die Betreiber foutieren sich darum.
Zürich. - Das Labyrinth feiert heute Abend in den Räumen des Lotus Clubs seine Auferstehung. An alter Wirkungsstätte, an der Pfingstweidstrasse 70 im Kreis 5, öffnet der bekannte Gayklub seine Tore wieder - dies, nachdem die Polizei am vormaligen Standort an der Hohlstrasse Drogen gefunden und den Betreibern das Patent entzogen hatte. Bereits lockt die klubeigene Homepage vollmundig: «Lasst uns den alten Heimatplaneten zurückerobern, bis es von der Decke tropft. Schwitzende Körper, dampfende Bässe sind angesagt.»
Polizei duldet Treiben im Darkroom
Keine Erwähnung findet, dass das Labyrinth einen rund 20 Quadratmeter grossen Darkroom eingerichtet hat. Brisant ist dies, weil das Bezirksgericht Zürich diese Woche in einem Urteil jeglichen Sex in Gastgewerbebetrieben für gesetzeswidrig erklärt hat (TA vom Mittwoch). Dies stört die Klubverantwortlichen aber nicht. «Wir haben von der Stadtpolizei eine provisorische Bewilligung erhalten. Wir hoffen, die definitive im Sommer zu kriegen», sagt Reto Frey, Geschäftsführer des Labyrinths. Er verweist auf die Vereinbarung, welche die Stadt Zürich und die Betreiber von Schwulenklubs nach zähen Verhandlungen getroffen haben. Sie verlangt, die Darkrooms seien akustisch und visuell von der übrigen Gastgewerbefläche abzutrennen und als solche zu beschriften. Die Polizei duldet den Darkroom, solange die Veranstalter nicht offen dafür werben und sich an die Vorschriften halten. Prostitution beispielsweise ist untersagt, der Zutritt erst ab 21 Jahren erlaubt. «Wir werden dafür sorgen, dass unsere Besucher die Vorschriften einhalten», versichert Frey. Dies gelte auch für den Konsum und Handel mit Drogen. Auch hier herrsche Nulltoleranz.
Stadt wartet endgültiges Urteil ab
Das Urteil des Bezirksgerichts möchte Frey nicht kommentieren, dies im Gegensatz zu Schwulenorganisationen, die sich empört zeigten. Eine explizite Schwulenfeindlichkeit des betreffenden Einzelrichters hält Frey für wenig wahrscheinlich. Auch das Polizeidepartement gibt sich zurückhaltend. Ein Sprecher sagt, die Stadt werde die Vereinbarung mit den Dark-room-Betreibern erst dann überprüfen, wenn ein endgültiges Urteil vorliege.
Züritipp vom 14.02.2008 - Von Yann Cherix
Zurück zum start
Das «Laby» ist wieder da. Die Macher des legendären Gay-Clubs übernehmen im Club Lotus an der Pfingstweidstrasse den Samstag. Nach einer turbulenten, problematischen Zeit wagen sie an alter Stätte einen Neustart.
«Laby». Der Name weckt wohl noch bei manchem alteingesessenen Zürcher Clubgänger Erinnerungen aus grauer Vorzeit - und dies nicht nur bei Schwulen. Denn der Club in Zürich-West prägte vor 14 Jahren, in einer Zeit, als das hiesige Nachtleben noch in den Kinderschuhen steckte, als einer der Ersten in Europa den Begriff Gays & Friends. Der Mix aus Heteros und Schwulen, der Industriechic des Lokals und die spezielle Atmosphäre des Verruchten legten die Basis zur Legendenbildung des Labyrinths.
Peter Breitenmoser sitzt in seinem hautengen, neonfarbenen T-Shirt im zweiten Stock des Clubs - und wirkt etwas verloren. Er scheint an seiner alten Wirkungsstätte noch nicht richtig angekommen zu sein. Vieles hat sich seit seinem Abgang 2005 von der Pfingstweidstrasse verändert, als das Labyrinth nach einer Polizeirazzia geschlossen worden war. Jetzt muss sich der ehemalige Chef mit ungewohnten Rahmenbedingungen anfreunden. Die Mehrheit ist wieder in den Händen der Laby-Clique, doch Niel Khan, der ihm das Lokal einst abgekauft hatte und das Lotus daraus gemacht hat, ist noch immer beteiligt. Der Name Lotus bleibt auch mit der Rückkehr der «Alteingesessenen» bestehen. Breitenmoser klärt auf: «Wir haben lange darüber diskutiert. Schlussendlich haben wir uns für die Lösung Lotus entschieden. Ein erneuter Wechsel wäre zu verwirrend gewesen.»
Der legendäre Name findet jedoch Eingang bei der Programmation des Samstags. So werden am Labyrinth-Abend die alten Zeiten reanimiert. Und nach wie vor wird progressivem, zügigem Techno gehuldigt. «Ein richtiger Treffpunkt für die Schwulen der Stadt fehlte seit der Schliessung des Laby. Wir wollen dies mit unserem Samstag ändern», sagt Breitenmoser.
Nun lächelt Peter Breitenmoser zum ersten Mal. Er scheint erleichtert über die Rückkehr zu sein, und er hofft auf ruhigere Zeiten. Denn von Turbulenzen und Problemen habe er genug. Breitenmoser spricht wohl den Umzug des Labyrinths nach Altstetten an, der von Anfang an unter einem schlechten Stern stand: Die Baukosten wurden massiv überschritten, die Stammgäste konnten sich mit der Location nie anfreunden, nach einer Razzia wurden im Büro des Clubs Drogen gefunden.
Zusammen mit drei Partnern - wieder mit Luca Bernardini, neu mit Kristian Maag und Reto Frey - schlägt der langjährige Party-Profi nun ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte des Laby auf. Es soll eines werden, das von Konstanz und Transparenz geprägt werden soll - bis mindestens Ende 2010. Bis dahin ist die ehemalige Garage noch vor den Baggern sicher.
20minuten vom 30.01.2008 - Von Marco Lüssi
Neustart fürs Labyrinth
Der legendäre Zürcher Gay-Club Labyrinth erlebt demnächst seine Wiedergeburt: Am 16. Februar wird er in den Räumen des Lotus Club wiedereröffnet.
Damit kehrt das «Laby» ins gleiche Gebäude an der Pfingstweidstrasse zurück, wo der Club sich schon befunden hatte, bevor er an die Hohlstrasse umzog. Dort machte das Partylokal im April 2007 dicht – Ursache waren Probleme mit den Finanzen und der Polizei. Im November 2006 hatte die Stadtpolizei im Büro eines Club-Teilhabers Betäubungsmittel gefunden. Drogen werden im neuen Labyrinth nicht mehr toleriert, sagten die Betreiber gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Der damals verhaftete Teilhaber, der auch im neuen Team dabei ist, hat einen erfolgreichen Drogen-Entzug hinter sich, wie auf der «Laby»-Homepage vermeldet wird.
Tages Anzeiger vom 30. Januar 2008 – Von Marcel Reuss
Gay-Klub Labyrinth versucht den Neustart
Seit dem April vor einem Jahr ist das Labyrinth Vergangenheit. Nun wagen die Betreiber den Schritt in die Zukunft – eine ohne Drogen.
Das Aus für das Labyrinth hatte sich abgezeichnet, bereits bevor die Polizei dem Klub letzten April das Patent entzogen hatte. Darkroom-Probleme? Drogen? Wieso genau, wurde nie ganz klar. Wegen Drogen zumindest hatte die Polizei den bekanntesten Schwulenklub der Schweiz bereits im November 2006 zeitweise schliessen lassen. Einer der damaligen Teilhaber wurde verhaftet.
Überhaupt stand der Klub seit dem Umzug an die Hohlstrasse 452 unter einem schlechten Stern: Die neuen Räume waren grösser, kälter, das Publikum blieb aus, Gerüchte von finanziellen Schwierigkeiten machten die Runde und bestätigten sich.
Zurück an die Pfingstweidstrasse
Vor allem der Lotus-Club mache dem «Laby» zu schaffen, hiess es damals. Der Club also, der 2006 in die früheren Labyrinth-Räumlichkeiten an der Pfingstweidstrasse 70 zog und offenbar entgegen den Abmachungen auf dasselbe Publikum zielte. Und ausgerechnet dort, im Pneuhaus nahe der Toni-Molkerei, versuchen die Laby-Betreiber nun einen Neustart. Mit dem Lotus-Betreiber – von ihm ging offenbar die Initiative aus – habe man sich einigen können und eine Mehrheitsbeteiligung übernommen, teilten sie mit. Mit im Boot sind Luca Bernardi und Peter Breitenmoser, die «Väter» des Klubs, die das Labyrinth Anfang der 90er-Jahre in einem Luftschutzkeller im Kreis 5 gegründet hatten. Zu ihnen stossen mit Kristian Maag und Reto Frey zwei neue Gesichter, die für frischen Wind und, vor allem, eine transparentere Kommunikation sorgen sollen.
Es steht viel auf dem Spiel
«Labyrinth Reload» heisst die Eröffnungsparty, die Mitte Februar steigen soll. Dass es sich dabei nur um einen «Teil-Reload» handeln kann, liegt auf der Hand, was die Betreiber auch bekräftigen. Ein «klare, strikte» Politik wollen sie betreiben. Ausgedeutscht: «Wer zu zweit auf die Toilette geht, wird freundlich, aber bestimmt aus dem Klub begleitet.» Und: Auch wenn letztlich jeder für sich selbst verantwortlich sei, Konsum und Handel von Drogen werde man nicht tolerieren. Es stehe zu viel auf dem Spiel, sagen die Neu-alten-Labyrinth-Betreiber. Können sie sich im Spiel halten, dürfte dieses vorerst bis Ende 2010 dauern, dann nämlich läuft der Vertrag aus.
Tagblatt vom 30. Januar 2008 – Von Bruno Bötschi
BÖTSCHI KLATSCHT
Die Party ist nicht vorbei. Wir wissen es seit letzter Woche: jeden Tag eine neue Meldung von einem neuen Klub. Ich war auch unterwegs in einem (davon später). Tut gut, ab und zu die Nacht Tag werden zu lassen. Obwohl der Stadtrat immer mehr Angst hat vor dem eigenen Mut zur Toleranz (weil weisse Weihnachten in Zürich immer mehr ganzjährig, aber ohne Baum, gefeiert wird). Und die Partystadt kurzzeitig Razziastadt wurde (dem eisernen Besen von Polizeichefin Esther «Maggie » Maurer sei Dank).
Und jetzt das: neue Pflänzchen! An allen Ecken! Ich war letzten Donnerstag an der Eröffnung vom Amber. Für die einen ist Duplo die längste Praline der Welt, für die anderen bietet der Klub jetzt die längste Sitzlounge von Zürich. Und erst die Lichtinstallation: «50 Amber-Balls werden zum schimmernden Equalizer» (steht in der Medienmitteilung). Von wegen Amber, von wegen Bernstein: 50 profane Rauchglaskugeln sinds (die 80er grüssen). Und samstags gibts im Amber Kränzlis mit «Kafi und Chueche» für müde Shoppingkinder von der Bahnhofstrasse. Sprudelt Zwingli immer noch in unseren Adern? Serviert Kaviar, Lachs und Champagner, wenn schon alles so wunderbar «schickmickidicki» sein soll.
Aber egal: neue Pflänzchen! An allen Ecken! Sogar auf einer Autowaschanlage wird demnächst geloungt – inklusive Gratisblick über den Zürisee.
Und zwei Urpartysteine (Luca Bernardini und Peter Breitenmoser) wollen es auch nochmals wissen: Das Laby, einst erotischster Tanzpalast der Stadt und Wochenende für Wochenende brechend voll, wird wieder geboren – demnächst im Lotus, also da, wo es bis vor zwei Jahren schon einmal war. Manchmal führen auch Umwege nach Rom.
Meine Güte, ob meine Lieblings-Stadträtin (siehe oben) da noch ruhig schlafen kann? Immerhin: Das üble Partyvolk hat sie nicht verscheuchen können, dafür gehts anderswo hübsch vorwärts. Freude herrscht, weil: Züri-Güsel goes underground! Züri-Säcke auf der Strasse sind Vergangenheit. Den Dreck versorgen wir jetzt in Unterflur-Container (die wie Kirchen aussehen und deren Entleerung Touristenattraktion ist). Die Container stehen auch im schicken Kreis 4. «Optisch ansprechend und sauber», melden die Stadtbehörden.
Und ich bin sicher, es wird nicht mehr lange dauern, bis auch die Züri-Güselmänner (danke, ihr macht einen super Job) in Designkleidern von
Ida Gut (sie hat bereits die Migros-Mitarbeitenden eingekleidet) ihren Dienst tun werden. Gut hat schon länger eine Laden im «Vieri». Und wird wahrscheinlich demnächst mit NZZ-Moderedaktor
Jeroen van Rooijen, allerorten als Stilpapst gelobt, in einer städtischen Modekommission Einsitz nehmen.
Und zu guter Letzt noch in eigener Sache: Die «Shortcut»-Kolumne im Kultur-Teil der «SonntagsZeitung» geht mir meist am A**** vorbei. Bis Sonntag vor einer Woche. Da schrieb Sven Boedecker
schön gelungen über die schönsten Knackä***** im Januar. Lesenswert!
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